Bericht – CiR Katharina Roth

Am Freitag, dem 6. März 2026, fand im Neuen Saal des Konzerthauses Klagenfurt unser Konzert im Rahmen des Formats „Composer in Residence“ statt. Im Zentrum des Abends stand diesmal die Komponistin Katharina Roth, deren Werke gemeinsam mit einer Komposition von Dieter Mack präsentiert wurden. Es musizierte das Ensemble NeuRaum unter der Leitung von Bruno Strobl, moderiert wurde der Abend von Nina Polaschegg.

Im Rahmen des „Composer in Residence“-Programms war Katharina Roth im August 2025 für einen mehrtägigen Arbeitsaufenthalt an der Carinthischen Musikakademie Ossiach zu Gast, wo sie sich intensiv ihrer kompositorischen Arbeit widmen konnte. In dieser Zeit arbeitete sie gemeinsam mit Musiker:innen des Ensemble NeuRaum in Probenphasen an klanglichen Details, Spieltechniken und der Ausarbeitung ihrer Werke.

Bereits zu Beginn mit Roths früherem Werk „Snake Charmer“ (2013) zeigte sich ihr Gespür für klangliche Feinheiten und außergewöhnliche Instrumentalkombinationen. Die dichte, zugleich fragile Klangsprache zog das Publikum unmittelbar in ihren Bann. Kontrastierend dazu wirkte Dieter Macks „Kebyar“ (1980) für Flöte und Klavier, das mit rhythmischer Energie und Anklängen an außereuropäische Musikkulturen überzeugte.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war Roths Werk „Lost“ (2025), das durch seine reduzierte, beinahe intime Klanggestaltung eine besondere Spannung erzeugte. Ebenso beeindruckend war „Tot ist das Mädchen“ (2024), das mit expressiven Gesten und klanglicher Verdichtung eine intensive emotionale Wirkung entfaltete.

Den Abschluss bildete die Uraufführung von Roths neuem Werk „schweben“ (2025). In fünf ineinander übergehenden Teilen entfaltete sich eine Klanglandschaft, die den Zustand des Dazwischen eindrucksvoll erfahrbar machte. Besonders prägnant war der Einsatz von Hackbrett und Zither, deren schwebende Obertöne und Resonanzen dem Werk eine einzigartige Klangfarbe verliehen. Die Musik wirkte wie ein atmender Organismus, der sich stetig wandelte und dabei klare zeitliche Strukturen bewusst auflöste.

Das Ensemble NeuRaum überzeugte durch hohe Präzision, klangliche Sensibilität und große Ausdruckskraft. Die Musikerinnen und Musiker meisterten die anspruchsvollen Partituren mit beeindruckender Souveränität und feinem Gespür für die klanglichen Details.

Die zwischen den Werken geführten Interviews erwiesen sich als besonders anregend. Katharina Roth verstand es mit einer charmanten und offenen Art, Einblicke in die Ursprünge ihres Komponierens sowie in die Entstehung ihrer Werke zu geben, wodurch sich für das Publikum zusätzliche Hörperspektiven eröffneten.

Insgesamt bot der Konzertabend ein facettenreiches und künstlerisch anspruchsvolles Programm, das die Vielschichtigkeit zeitgenössischer Musik eindrucksvoll widerspiegelte. Gut besucht wie gewohnt, wurde der Abend vor allem von einem treuen Stammpublikum getragen, das der Aufführung aufmerksam folgte.

Bericht – CiR Katharina Roth
Nach oben scrollen